Handbuch zum sicheren Umgang mit dem Computer


Momentan ist Ihr System mit einem Netzwerk und/oder dem Internet verbunden, und Sie profitieren wahrscheinlich von der Produktivität - und nutzen den Zugriff auf Informationsdienste, die das Leben angenehmer machen. Sie senden und empfangen eMails, chatten online mit Freunden, surfen über Web-Browser im Internet und laden Daten- oder Programmdateien herunter. Durch diese Aktivitäten setzen Sie Ihr System jedoch gleichzeitig den Bedrohungen durch Malicious (böswilligem) Code wie beispielsweise Computerviren und Trojanern aus.

Die Leistungsfähigkeit der heutigen Computer ermöglicht den einfachen Zugriff auf nützliche Informationen; gleichzeitig besteht jedoch ein erhöhtes Risiko von Angriffen durch Viren, die sich in eMail-Anhängen verbergen. Allzu leicht können Sie unbemerkt einen der raffinierten Viren aktivieren, die sich dann sofort massenweise selbst per eMail an Ihre Freunde, Kunden und Kollegen versenden und deren Computer infizieren. Die weltweit auftretenden Virenepidemien wie W97M_Melissa, VBS_Loveletter (auch bekannt als LoveBug), VBS_Fireburn, W97M_Resume und VBS_Newlove haben gezeigt, wie effektiv die Technologie von Malicious Code sein kann. Heute existieren über 50.000 Viren, und jeden Tag kommen neue Viren hinzu. Jeder dieser Viren könnte der nächste LoveBug-Virus sein!

Um die Gefahr einer Vireninfektion und damit die Möglichkeit zu verringern, einen Virus unbemerkt zu aktivieren oder andere Leute zu infizieren, möchte TREND MICRO Ihnen einige Verfahren zum 'sicheren Arbeiten am Computer' nahebringen, die sich leicht umsetzen lassen. Wenden Sie diese Verfahren direkt auf Ihrem Computer an, und nutzen Sie die innovativen Technologien für den Zugriff auf Informationen, ohne Opfer von Viren und anderem Malicious Code zu werden!

Um Ihr System robuster zu machen, befolgen Sie die unten beschriebene Vorgehensweise zum Einrichten und Konfigurieren Ihres Systems. Das Ziel dieser Verfahren besteht darin, die Ausführung von Viren zu erschweren oder unmöglich zu machen.

Funktion "Windows Scripting Host" deaktivieren

Auf diese Weise wird verhindert, dass Visual Basic-Skriptviren wie VBS_LoveLetter, ausgeführt und aktiviert werden, sich verbreiten oder Dateien beschädigen können. Normalerweise benötigt ein PC den Windows Scripting Host (WSH) für den ordnungsgemässen Betrieb nicht. Sie können WSH bei Bedarf jederzeit neu installieren, indem Sie die genannten Schritte ausführen und das Kontrollkästchen Window Scripting Host wieder aktivieren.

Windows 98 Systeme

WSH wird standardmässig installiert, wenn Sie Windows 98 oder Internet Explorer 5 installieren. So verhindern Sie die Ausführung von Skripts (oder .VBS-Dateien):
  1. Öffnen Sie die Systemsteuerung über Start > Einstellungen > Systemsteuerung.
  2. Doppelklicken Sie auf Software.
  3. Klicken Sie auf die Registerkarte Windows Setup.

  1. Doppelklicken Sie auf Zubehör.
  2. Deaktivieren Sie Windows Scripting Host.
  3. Klicken Sie auf die Schaltfläche OK.

Windows 95 Systeme

Windows 95 Systeme werden nicht mit der Funktion Windows Scripting Host ausgeliefert. WSH wird jedoch automatisch installiert, wenn Sie Internet Explorer 5 oder höher installieren. So verhindern Sie, dass Skripts (mit der Dateierweiterung .VBS) auf Windows 95 Systemen ausgeführt werden:
  1. Starten Sie Windows Explorer
    (Wählen Sie dazu Start > Programme > Windows Explorer. Beachten Sie bitte, dass dies nicht dasselbe wie Internet Explorer ist!)
  2. Wählen Sie Ansicht > Option.
  3. Klicken Sie auf die Registerkarte Dateitypen.
  4. Suchen und markieren Sie VBScript Skriptdatei.
  5. Klicken Sie auf Löschen, und bestätigen Sie den Löschvorgang mit Ja.

Windows 2000 Systeme

Der Windows Scripting Host wird auf Windows 2000 Systemen standardmässig installiert. So verhindern Sie, dass Skripts (mit der Dateierweiterung .VBS) auf Windows 2000 Systemen ausgeführt werden:
  1. Starten Sie Windows Explorer.
  2. Wählen Sie Extras > Ordneroptionen.

  1. Klicken Sie auf die Registerkarte Dateitypen.
  2. Suchen und markieren Sie VBScript Skriptdatei.
  3. Klicken Sie auf Löschen, und bestätigen Sie den Löschvorgang mit Ja.

Windows NT 4 Systeme

Windows NT 4 Systeme verfügen nicht über die Funktion Windows Scripting Host. WSH wird jedoch automatisch installiert, wenn Sie Internet Explorer 5 oder höher installieren. So verhindern Sie, dass Skripts (mit der Dateierweiterung .VBS) auf Windows NT 4 Systemen ausgeführt werden:
  1. Melden Sie sich als Administrator an.
  2. Starten Sie Windows Explorer.
  3. Wählen Sie Ansicht > Optionen.
  4. Klicken Sie auf die Registerkarte Dateitypen.
  5. Suchen und markieren Sie VBScript-Datei.
  6. Klicken Sie auf Entfernen, und bestätigen Sie den Löschvorgang mit Ja.

Optionen zum Ausblenden der Dateierweiterungen bekannter Dateitypen deaktivieren

Alle Windows Betriebssysteme blenden bekannte Dateierweiterungen in Windows Explorer standardmässig aus. Diese Funktion kann von Virenschreibern und Hackern genutzt werden, um böswillige Programme mit einem anderen Dateiformat anzuzeigen, z.B. als Text-, Video- oder Audio-Dateien. Ein böswilliges Programm mit dem Namen "readme.txt.exe" wird in Windows Explorer dann beispielsweise als "readme.txt" angezeigt (wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt). Benutzer werden dadurch oft überrumpelt und klicken auf die vermeintliche Textdatei, aktivieren damit aber unbeabsichtigt den Malicious Code.

Um diese Täuschung zu verhindern, sollten Sie Windows Explorer so konfigurieren, dass die Dateierweiterungen bekannter Dateitypen nicht ausgeblendet werden. Dazu klicken Sie auf eine der folgenden Dateien und speichern diese auf Ihrer lokalen Festplatte. Doppelklicken Sie anschliessend auf die Datei, um sie auszuführen.

Windows 95, 98 und NT 4 Benutzer:

Windows 2000 Benutzer:

HINWEIS: Wenn beim Herunterladen Probleme oder Fehler auftreten, können Sie hier die gezippten Versionen dieser Registrierungsdateien herunterladen.

Anschliessend werden alle Dateien mit ihren vollständigen Dateierweiterungen angezeigt, wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt:

Wichtiger Hinweis: Es gibt trotzdem einige Dateierweiterungen, die das Windows Betriebssystem immer ausblendet, beispielsweise die Shell Scrap-Dateien mit der Erweiterung .shs.

Internet Explorer-Sicherheitsstufe mindestens auf "Mittel" einstellen

Standardmässig ist für Internet Explorer die Sicherheitsstufe Mittel eingestellt. TREND MICRO hat jedoch festgestellt, dass die Sicherheitsstufe vieler Systeme durch Viren, Trojaner oder Hacker auf Niedrig heruntergesetzt wurde. Daher sollten Sie überprüfen, ob Ihre Sicherheitseinstellung mindestens Mittel ist, weil dies das Risiko verringert, versehentlich eine böswillige Datei auszuführen. Auf der Sicherheitsstufe Mittel fordert Internet Explorer 5 Sie vor dem Ausführen einer Datei mit möglicherweise unsicherem Inhalt auf, das öffnen der Datei zu bestätigen.

Internet Explorer 5 oder höher zeigt ausserdem eine Warnmeldung an, bevor ein Active-X-Steuerelement ausgeführt wird (wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt).

Ausserdem sollten Sie Dateien immer zuerst auf der lokalen Festplatte speichern und mit einem aktuellen AntiViren-Programm auf Viren und anderen Malicious Code durchsuchen. Wenn Sie kein AntiViren-Programm besitzen oder wenn Ihr Produkt nicht auf dem neuesten Stand ist, können Sie den kostenlosen OnlineScanner "HouseCall" von TREND MICRO unter http://housecall.antivirus.com verwenden.

Führen Sie zum automatischen Setzen der Sicherheitseinstellung von Internet Explorer 5 auf Mittel die folgende Registrierungsdatei aus:

HINWEIS: Wenn beim Herunterladen Probleme oder Fehler auftreten, können Sie hier eine gezippte Version dieser Registrierungsdatei herunterladen.

eMail-Programm so einstellen, dass vor dem öffnen von eMail-Anhängen eine Bestätigung angefordert wird

(betrifft Benutzer von Microsoft Outlook und Outlook Express)
Viele Viren werden aktiviert, weil Benutzer auf die Dateianhänge eingehender eMails doppelklicken. Sie sollten eingehende Dateien immer zuerst auf der lokalen Festplatte speichern und mit einem aktuellen AntiViren-Programm scannen (und nicht auf die eingehenden eMail-Anhänge doppelklicken). Damit Ihr System Sie automatisch auffordert, Dateien zu speichern, klicken Sie bitte auf die nachfolgende Datei, und speichern Sie sie auf Ihrer lokalen Festplatte. Doppelklicken Sie anschliessend auf die Datei, um sie auszuführen.

HINWEIS: Wenn beim Herunterladen Probleme oder Fehler auftreten, können Sie hier eine gezippte Version dieser Registrierungsdatei herunterladen.

Danach zeigt Ihr System auch dann eine Warnmeldung an, wenn Sie versehentlich auf einen eMail-Anhang klicken oder eine eMail lesen, die eingebettete Skripts enthält. Dieses Registrierungs-Fix bezieht sich auf Word-Dokumente, Excel-Arbeitsblätter, Excel-Tabellen, PowerPoint-Dateien und HTML-Dateien.

Makroviren-Warnung in MS Office 97 & 2000 aktivieren (Betrifft Benutzer von Office 97 und 2000)

Standardmässig zeigen Microsoft Office Produkte vor dem öffnen von Office Dokumenten, die Makros enthalten, eine Makrowarnung an.

Viele bekannte Makroviren deaktivieren diese Einstellung jedoch, damit sie nicht erkannt werden. Um sicherzustellen, dass diese Makrowarnung aktiviert ist, klicken Sie bitte auf eine der nachfolgenden Dateien, und speichern Sie sie auf Ihrer lokalen Festplatte. Doppelklicken Sie anschliessend auf die Datei, um sie auszuführen.

Benutzer von Microsoft Office 97 (auch bekannt als Office 8.0):

Benutzer von Microsoft Office 2000 (auch bekannt als Office 9.0):

HINWEIS: Wenn beim Herunterladen Probleme oder Fehler auftreten, können Sie hier gezippte Versionen dieser Registrierungsdateien herunterladen.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob der Inhalt des erkannten Makros sicher ist, klicken Sie auf die Option "Makros deaktivieren".

Aufforderung vor dem Speichern von änderungen in der globalen Vorlage anzeigen (normal.dot - betrifft Benutzer von Word 97 und Word 2000)

Da fast alle Makroviren versuchen, vor dem Schliessen der aktiven Microsoft Word Sitzung die globale Vorlage (normal.dot) zu ändern, sollten Sie sicherstellen, dass Microsoft Word vor dem Speichern von änderungen an der Datei normal.dot eine Bestätigung anfordert.

Dies kann zwar nicht alle Makroviren stoppen, hilft jedoch dabei, potentiell böswilligen Code zu erkennen. Wenn Sie nicht sicher sind, wählen Sie Nein, und senden Sie eine Kopie dieser Dateien per eMail an die Virenspezialisten von TREND MICRO unter virus_doctor@trendmicro.com. Sie untersuchen die verdächtigen Dateien oder Dokumente, um festzustellen, ob sie böswillige Makros enthalten. Um die entsprechende änderung an Word 97 oder Word 2000 automatisch vorzunehmen, klicken Sie bitte auf eine der nachfolgenden Dateien, und speichern Sie diese auf Ihrer lokalen Festplatte. Doppelklicken Sie anschliessend auf die Datei, um sie auszuführen.

Benutzer von Word 97 (auch bekannt als Word 8.0):

Benutzer von Word 2000 (auch bekannt als Word 9.0):

HINWEIS: Wenn beim Herunterladen Probleme oder Fehler auftreten, können Sie hier gezippte Versionen dieser Registrierungsdateien herunterladen.

Alle aktuellen Microsoft Security Updates anwenden

Um Sicherheitslücken zu schliessen, die seit der Auslieferung und Installation von Windows bekannt geworden sind, sollten Sie die Microsoft Update Webseite unter http://windowsupdate.microsoft.combesuchen. Befolgen Sie die Online-Anweisungen zur Aktualisierung Ihres Systems. Sicherheitsaktualisierungen können verhindern, dass Hacker auf Ihr System zugreifen und Viren auf Ihrem System ausgeführt werden. Benutzer von Windows 98 oder Windows 2000 können auch die Funktion "Windows Update" verwenden, um stets die aktuellsten Sicherheitsaktualisierungen zu erhalten. Klicken Sie dazu auf "Start", und wählen Sie dann "Windows Update".

Fazit:

Die hier beschriebenen Verfahren für das sichere Arbeiten am Computer haben hauptsächlich zum Ziel, Malicious Codes das Eindringen und Ausführen in Client-Systemen zu erschweren. Dennoch können und sollen die empfohlenen Verfahren nicht die Verwendung regelmässig aktualisierter AntiViren-Software ersetzen. Benutzer, deren Systeme von Viren oder Trojanern angegriffen wurden, können im glimpflichsten Falle darüber berichten, welcher Aufwand und ärger damit verbunden ist. Im schlimmsten Falle haben sie wichtige Daten verloren. Die meisten Viren sind zwar lediglich eine lästige Plage, von Zeit zu Zeit ist aber auch ein neuer Virus darunter, der neue Techniken verwendet und somit grössere Computerprobleme verursacht oder Daten und Datensicherheit bedroht. Die beschriebenen Verfahren schaffen zusätzliche Sicherheit für Ihr Computersystem und verringern die Gefahr, Viren unbeabsichtigt auszuführen.

Weitere Quellen: